„Zwischen Erde und Himmel“ – Die Meteora-Klöster, Griechenland
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- 2. Nov. 2025
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Im Morgengrauen liegt die thessalische Ebene unter einem sanften, silbernen Nebel. Aus dem Dunst ragen gewaltige Steinsäulen empor – uralt, still, trotzig. Auf ihren Gipfeln thronen die Meteora-Klöster wie Laternen zwischen Himmel und Erde. Der Duft von Kiefern, wildem Thymian und Kerzenrauch liegt in der kühlen Luft. Irgendwo darüber läutet eine Glocke, deren Echo sich wie ein Gebet durch das Tal zieht.

Seit über sechs Jahrhunderten suchen Mönche Zuflucht in diesen schwindelerregenden Höhen. Sie kletterten an Strickleitern empor und schlugen Stufen in den Fels, um sich so ihren Zufluchtsorten näher zum Himmel zu schaffen. Das Leben hier ist vom Rhythmus des Gebets und der Stille geprägt: das Geräusch von Sandalen auf Stein, das stetige Flackern der Kerzen, das leise Rauschen des Windes in den Zypressen. Im frühen Morgenlicht erstrahlen die Klöster – kleine Leuchtfeuer der Andacht im Nebelmeer.
In Meteora fühlt sich das Licht heilig an. Es fällt durch schmale Fenster und berührt die Fresken von Heiligen mit goldenen Heiligenscheinen. Es verwischt die Grenze zwischen dem Irdischen und dem Göttlichen. Die Mönche glauben, dass jede im Gebet entzündete Flamme die Kluft zwischen Himmel und menschlichem Herzen überbrückt – eine Erinnerung daran, dass Licht, wie der Glaube, immer seinen Weg nach oben findet.
Als die Sonne unterging und die Schatten über die Klippen glitten, kehrte Stille ein. Nur der Wind blieb, schlängelte sich durch die Täler und trug den fernen Klang von Glocken heran. Meteora erinnert uns daran, dass es noch immer Orte gibt, an denen die Welt den Atem anhält – und an denen das Göttliche zum Greifen nah scheint.





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